Amt für Gemeindedienst in der Evang.-Luth. Kirche in Bayern
Rund ums Ehrenamt
Geldmünzen
© Petra Bork/pixelio.de

Ehrenamtliche bezahlen?!?

Ehrenamtliche Tätigkeit in der ELKB ist unentgeltlich (vgl. § 8 EAG). Sie ist jedoch nicht kostenlos.

So haben Ehrenamtliche nach § 8 EAG einen Anspruch auf Ersatz von Auslagen im Rahmen ihrer Tätigkeit und für die Teilnahme an Fortbildungen. Voraussetzung: Dies wurde voher abgesprochen.

Zusätzlich zur Auslagenerstattung gibt es die Möglichkeit Aufwand durch Pauschalen (Übungsleiter-/Ehrenamtspauschale) zu entschädigen. Dies ist jedoch kritisch zu prüfen, den Ehrenamt darf nicht bezahlt werden.

Manche Ehrenamtliche verzichten gerne auf jede Art von Vergütung, sie spenden also den ihnen zustehenden Betrag. In diesem Fall sollten Sie eine Zuwendungsbescheinigung ausstellen, damit die Spende bei der Steuererklärung berücksichtigt werden kann.

Hier finden Sie nähere Informationen zu

Auslagenerstattung

Grundsätzlich haben Ehrenamtlich nach Absprach mit der Gemeinde- oder Einrichtungsleitung ein Recht auf Erstattung ihrer Unkosten.

Dazu gehören Materialien, die für die ehrenamtliche Tätigkeit nötig sind (Bastelmaterial, Drucksachen, Bücher,...), Telefon- und Portokosten, Kosten für Lebensmittel sowie Fahrtkosten.

Bei der Erstattung der Fahrtkosten wird ein bestimmter Betrag pro km festgelegt. In der Regel liegt dieser zwischen 14 ct. und 35 ct. pro km.

Welche Kosten übernommen werden und in welcher Höhe sollten Sie indiviuell festlegen und am besten schriftlich vereinbaren.

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Erstattung von Fortbildungskosten

Auch Fortbildungskosten werden nach vorheriger Absprache erstattet. Dazu zählen auch Anreise, Unterkunft und sonstige Auslagen.

Welche Kosten übernommen werden und in welcher Höhe sollten Sie indiviuell festlegen und am besten schriftlich vereinbaren. 

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Steuerfreibeträge/Pauschalen

Der Staat möchte das Ehrenamt stärken und hat deshalb für engagierte Personen Steuervergünstigungen vorgesehen.

  1. Aufwandsentschädigung nach § 3 Nr. 12 EStG
  2. 1/3 der gewährten Aufwandsentschädigung, aber mind. 200 € im Monat sind steuerfrei, wenn bei vergleichbarer Tätigkeit Sachaufwand in dieser Höhe üblicherweise anfällt.
    D.h. der Betrag muss realistisch sein, es darf keine verdeckte Bezahlung hinterlegt sein.


  3. Übungsleiterpauschale nach § 3 Nr. 26 EStG
  4. Pro Person und Jahr können Sie 2.400 € steuer- und sozialabgabefrei beziehen.

    Voraussetzung: Nebenamtliche Tätigkeit (d.h. max. 11-13 Stunden/Woche) in Leitungsfunktion mit pädagogischer Ausrichtung (z.B. Gruppenleitung), in Form von künstlerischer Tätigkeit (z.B. Organist) oder Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen.

    Laut der obersten Finanzbehörden des Bundes und der Länder erfüllen Prädikanten und Lektoren die Voraussetzungen nicht. Es fehle der direkte pädagogisch ausgerichtete persönliche Kontakt zu einzelnen Menschen. 


  5. Ehrenamtspauschale nach § 3 Nr. 26a EStG
  6. Pro Person und Jahr können Sie 720 € steuer- und sozialabgabefrei beziehen.

    Voraussetzung: Nebenamtliche Tätigkeit (d.h. max. 11-13 Stunden/Woche), die nicht unter die Übungsleiterpauschale fällt.

    Merkblatt des Bayerischen Staatsministerium der Finanzen

    Achtung: Die drei oben genannten Steuerbefreiungen können nicht miteinander kombiniert werden.


  7. Spende durch Verzicht
  8. Es besteht die Möglichkeit auf Aufwandsersatz oder Tätigkeitsvergütung zu verzichten und somit eine Zuwendungsbescheinigung zu erhalten. Diese Spendensumme wirkt sich bei der Einkommenssteuererklärung günstig aus.

 

Linktipps:

http://www.stmflh.bayern.de/steuern/ehrenamtspauschale/06003006_2.pdf

www.finanzamt.bayern.de/Informationen/Steuerinfos/Zielgruppen/Vereine/Ehrenamt.php?f=LfSt&c=n&d=x&t=x  

www.akademie.de/wissen/uebungsleiterpauschale-steuerfreibetrag/praxisfragen-sonderfaelle 

www.steuertipps.de

 

 

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Zuwendungsbestätigung/Spende

Wenn Sie für gemeinnützige oder kirchliche Organisationen Geld spenden, können Sie den gespendeten Betrag von der Steuer absetzen. Auch Sachspenden sind möglich.

Sie können auch ihren Auslagenersatz oder Aufwandsentschädigung (also auch die Übungsleiter- oder Ehrenamtspauschale) spenden. Diese "Rückspende" kann ohne Geldaustausch erfolgen, indem Sie einfach schriftlich auf die Auszahlung verzichten. Die Einrichtung/Gemeinde stellt Ihnen dafür eine Zuwendungsbestätigung (umgangssprachlich: Spendenquittung) aus, die Sie bei der Steuererklärung verwenden können.

Für Spenden bis zu 200 € genügt als Nachweis eine einfache Buchungsbestätigung oder ein Einzahlungsbeleg. Hier sollte jedoch der Vermerk "Spende" getätigt werden, z.B. beim Verwendungszweck auf dem Überweisungsträger.

Bei Spendenbeträgen über 200 € muss eine Zuwendungsbestätigung ausgestellt werden.

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Gebührenbefreiung Führungszeugnis

Wer zum Ausüben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit ein Führungszeugnis benötigt, wird von der Gebühr befreit.

Dazu muss ein Antrag auf Gebührenbefreiung gestellt werden. Die Einrichtung, in der die ehrenamtliche Tätigkeit erbracht wird, muss bestätigen, dass das Führungszeugnis benötigt wird.

Ein Führungszeugnis muss persönlich bei der örtlichen Meldebehörde beantragt werden.

Merkblatt: https://www.bundesjustizamt.de/DE/Themen/Buergerdienste/BZR/FZ_node.html 

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Kontakt

Johanna  Flierl
Johanna Flierl
Sozialwirtin (B.A.)
Telefon: 0911 4316-220
Ulrich  Jakubek
Ulrich Jakubek
Diakon
Telefon: 0911 4316-221
Petra  Pfann
Petra Pfann
Sekretariat
Telefon: 0911 4316-219