Amt für Gemeindedienst in der Evang.-Luth. Kirche in Bayern
Rund ums Ehrenamt
Roter Teppich
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Den Anfang gestalten

Das Erstgespräch ist positiv verlaufen, eine neue Ehrenamtliche/ein neuer Ehrenamtlicher ist gewonnen - das Engagement kann beginnen.

Um den Anfang gut zu gestalten, sollten Sie folgende Dinge bedenken:

Rahmenbedingungen (schriftlich) vereinbaren

Zu Beginn eines Engagements tauchen viele Fragen auf: von "Woher bekomme ich einen Schlüssel für das Gemeindehaus?" bis "Wie bin ich versichert?".

Sofern Sie diese Fragen im Erstgespräch noch nicht geklärt haben, sollten Sie sich vor Beginn eines Ehrenamts Zeit nehmen, alle Unklarheiten zu beseitigen.

Am besten Sie halten die Eckpunkte des Engagements in einer schriftlichen Vereinbarung fest. Eine Vorlage steht zum Download bereit unter www.praxishilfe-ehrenamt.de.

Manche Ehrenamtlichen, vor allem im sozialdiakonischen Bereich, müssen sich für ihren Einsatz namentlich bei der Einrichtung anmelden oder ausweisen. Für diese Fälle könne Sie im Shop den "Dienstausweis für Ehrenamtliche" erwerben.

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Verschwiegenheit, Seelsorgegeheimnis, Datenschutz

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Wie Hauptberufliche unterliegen auch Ehrenamtliche der Verschwiegenheitspflicht. So bestimmt § 7 EAG, dass Ehrenamtliche über alle Angelegenheiten, die ihnen in Ausübung ihrer Tätigkeit bekannt geworden und die vertraulich sind, Verschwiegenheit zu bewahren haben. Und das auch über die Dauer der Beauftragung hinaus.

Wer seelsorgerisch tätig wird, hat darüber hinaus das Seelsorgegeheimnis zu wahren. Nach kirchlichem Recht müssen also Ehrenamtliche, die Seelsorge ausüben, auf jeden Fall die Schweigepflicht beachten.

Im staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahren haben Ehrenamtliche jedoch in der Regel kein Zeugnisverweigerungsrecht. Wenn im Seelsorgegespräch strafrechtlich relevante Dinge angesprochen werden könnten, müssen Sie vorsorglich darauf hinweisen.

Ein Zeugnisverweigerungsrecht haben laut § 53 Abs. 1 der Strafprozessordnung u.a. "Geistliche". Das Seelsorgegeheimnisgesetz (SeelGG) der EKD stellt klar, wer zu diesem Personenkreis gehört und definiert den Begriff "Seelsorge".

Demnach können neben Pfarrerinnen und Pfarrern auch andere Berufsgruppen aber auch Ehrenamtliche ein Zeugnisverweigerunsrecht haben. Und zwar dann, wenn Sie einen speziellen schriftlichen Auftrag zur Seelsorge haben und eine entsprechende Seelsorgequalifikation besitzen (vgl. § 3-5 SeelGG).

Die Bestimmungen des Datenschutzes sind zu achten.

Zusammenfassende Informationen und ein Formular zur Erklärung der Verschwiegenheit können Sie hier herunterladen: www.praxishilfe-ehrenamt.de/gut-zu-wissen/verschwiegenheit-seelsorgegeheimnis/

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Ansprechperson und Einarbeitung

Klären Sie vorab: Wer ist Ansprechperson der/des Ehrenamtlichen: Der Pfarrer? Der Kirchenvorstand? Andere Hauptberufliche? Ehrenamtliche Teamleiter?

Auch bei Konfliktfällen sollte jemand ansprechbar sein.

Findet eine Einarbeitung in die Aufgabe statt? Wenn ja, durch wen?

Nach § 4 EAG besteht ein Anspruch auf Einarbeitung und eine Ansprechperson.

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Einführung in den Dienst

"Weil alle Ämter und Dienste zum Gemeindeaufbau beitragen und zusammenwirken sollen, werden sowohl berufliche als auch ehrenamtliche Mitarbeitende unter Gebet und Segen eingeführt." (VELKD Leitlinien)

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man eine Einführung gestalten kann. Sie sollten individuell besprechen, welche Form passend und gewünscht ist.

Ideen zur Einführung und Liturgische Bausteine finden Sie unter www.praxishilfe-ehrenamt.de.

Die VELKD hat eine Liturgische Handreichung "Gottesdienste zum ehrenamtlichen Dienst in der Kirche" herausgegeben. Diese enthält eine Liturgie zur Einführung und Verabschiedung von Ehrenamtlichen, die als Einschub in den Ablauf des Gottesdienstes eingefügt werden kann.

Download: http://www.velkd.de/publikationen/publikationen-gesamtkatalog.php?publikation=122

Auf www.gottesdienstbuch.de findet sich eine elektronische Version der Agende "Berufung – Einführung – Verabschiedung", die auch den Bereich Ehrenamt einschließt. Dort besteht die Möglichkeit die Vorlagen zu individualisieren und anschließend zu speichern und zu drucken.

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Kontakt

Johanna  Flierl
Johanna Flierl
Sozialwirtin (B.A.)
Telefon: 0911 4316-220
Ulrich  Jakubek
Ulrich Jakubek
Diakon
Telefon: 0911 4316-221
Petra  Pfann
Petra Pfann
Sekretariat
Telefon: 0911 4316-219